Ich bin ein weiblicher Programmierer

Bei den Piraten stellt sich im Zusammenhang mit der Gender-Debatte auch gerne nach der Frage nach dem Terminus “Piratin”, und warum selbiger nicht häufiger verwendet wird. Kein Wunder, dass die Frauen sich bei den Piraten nicht wohlfühlen, wenn man ihnen ihre eigene Ansprache verwehrt.

Um eins gleich klarzustellen: wenn irgendjemand das Bedürfnis hat, sich selber als “Piratin” zu bezeichnen, oder uns als “Piratinnen und Piraten” zu adressieren, dann ist das meiner Meinung nach völlig okay.
Von Missfallensbekundungen darf da gerne abgesehen werden.

Ich möchte an dieser Stelle gerne erläutern, warum *ich* als stolze Besitzerin einer Vagina kein Problem damit habe, als “Pirat” bezeichnet zu werden.

Ich bin Programmierer. So.

Warum das? Nun, in meiner Umgebung sind alle Kollegen “Programmierer”. Ich auch.

Das, was ich tue, unterscheidet sich fachlich nicht im mindesten davon, was die männlichen Kollegen den ganzen Tag lang tun.

Warum sollte ich also eine andere Berufsbezeichnung führen als die Kollegen Männer?

Die Tatsache, dass ich weiblich bin, hat mit meiner Tätigkeit als Programmierer nix zu tun.

Wenn ich mich aber jetzt als “Programmiererin” vorstelle, steht da plötzlich eine Weiblichkeit im Raum, die a) in diesem Kontext irrelevant ist und b) aufgrund meiner körperlichen und mode-technischen Attribute kaum zu übersehen ist und daher nicht extra erwähnt werden muss.

Außerdem sind wir Programmierer stark vom Englischen beeinflusst, und da gibt es nur developers und keine developeresses.

Ich weiss, dass es zahlreiche Gründe gibt, warum man trotzdem die weibliche Form benutzen sollte. Und ein großer Teil davon ist militant-feministischer Humbug. Andere haben ihre Berechtigung.

Aber ich wollte an dieser Stelle erläutern, warum ich Programmierer und Pirat bin.

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1 comment

  1. m 3. July 2014 at 20:22 Reply

    Cool.

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