Der 28C3

 

Ich habe weite Teile der letzten Woche auf dem 28C3 zu gebracht.

Mein Fazit lässt sich wie folgt zusammenfassen: Du blöde Kuh, du lebst seit 14 Jahren in Berlin, und kriegst es jetzt erst gebacken, dahin zu gehen???

Nun etwas genauer:

DIE VORTRÄGE

  • What is in a name – Christoph Engemann
    Der erste Teil des Vortrages war ausgesprochen informativ. Es wurde beleuchtet, warum gerade im Nachgang der Reformation die katholische Kirche mir ihren Taufregistern dazu beitrugen, dass Namen zu ersten Mal im großen Stil festgeschrieben wurde.
    Es folgte ein geschichtlicher Abriss, der sich bald darauf beschränkte, verschiedene Möglichkeiten zu beleuchten, mit denen der Staat das Individuum eindeutig benennen konnte, indem man zum Beispiel eine Handvoll physikalischer Merkmale auf ein Dutzend Buchstaben eindampfte. Das war interessant, aber irgendwie nicht das, was ich erwartet habe.
  • Macro dragnets: Why trawl the river when you can do the whole ocean – Redbeard
    Eines meiner Highlights des Kongresses: ein großartiger Vortrag über die Datensammelwut aller möglichen Firmen, was sie mit den Daten anfangen, und wie sie untereinander vernetzt sind. Scary Stuff!
    Und Redbeard kriegt mein Goldenes Mikro für den besten Entertainer des Congresses.
  • Time is on my side – Sebastian Schinzel
    Wirklich interessant. Ich wäre im Leben nicht darauf gekommen, dass programm-ablaufstechnisch bedingte Unterschiede in den Reaktionszeiten bspw einer Login-Seite auch durch das Rauschen einer Internetverbindung noch so genau gemessen werden kann, dass ein Angreifer daraus relevante Informationen ziehen kann.
  • Deceiving Authorship Detection – Michael Brennan, Rachel Greenstadt
    Ein weiterer hochinteressanter Vortrag, insbesondere für mich als gelernten Linguisten
  • Datenvieh oder Daten-Fee – Rene Meissner
    Ein aufschlussreicher Blick hinter die Kulissen der Tracking-Mafia 🙂 insbesondere, für uns Webdeveloper, die die Trackingcodes immer einbauen müssen, ohne je wirklich zu erfahren, wie diese Daten (miß)braucht werden.
  • New Ways I’m Going to Hack Your Web App – Jesse Ou, Rich
    Hier ging es um drei Hacks, die kombiniert für schlimme Dinge benutzt werden können.
    Der Vortrag war mir an einigen Stellen zu technisch, jedoch werde ich versuchen, die Sache mit dem Click-Highjacking noch mal nachzuvollziehen.
  • Fnord-Jahresrückblick
    Ganz großes Kino!
    Mehr habe ich dazu nicht zu sagen 🙂
  • Your Disaster/Crisis/Revolution just got Pwned – Herr Urbach, willowbl00
    Ein inspirierender Vortrag, nach dem ich mich sofort für fünf Jahre verpflichten wollte 🙂
  • Lightning Talks Day 4
    Ich war wirklich geplättet von der Vielfalt der Vorträge.
    Was auch immer die Vortragenden im letzten Jahr technisch bewegt hat, hier durften sie es vortragen!

Und sonst so?

  • In das Queer Geeks Panel war ich eigentlich nur durch Zufall geraten, würde es im Nachhinein aber auch nicht missen wollen
  • Die PainStation
    Eine Leihgabe aus dem Games Museum: eine Pongkonsole, die den Spielern tatsächlich per Elektroschocks etc körperlichen Schmerz zufügt. Wie absurd!
  • Das r0ket, das Musthave des Kongresses.
    Nun, das r0ket selbst zusammenbauen war nicht schwer. Was die Flame anging (eine Extension, in der eine RGB-Diode ein Stück graviertes Plexiglas beleuchtet)… Als ich in der Anleitung las „Solder thingamabob A onto watchamaycallit B“, wusste ich, dass ich ein Problem hatte! Ratet, wer seit der sechsten Klasse keinen Lötkolben mehr in der Hand gehabt hat…
    Glücklicherweise hat sich per Twitter eine hilfreiche Seele gefunden, die mir eine Stunde lang das schweissnasse Händchen gehalten hat. Und *jetzt* ratet mal, wer lange nicht so einen Spass gehabt hat. SOLDER ALL THE THINGS!
  • Club Mate.
    Nein danke, immer noch nicht. Auch nacht der siebten Flasche nicht. Und auch nicht in Form vorn Mate Cola.

Ja, ich glaube, das war’s erst mal…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert